Hamburg joggt: Eine Runde um die Außenalster

Ganz schön sportlich, die Hanseaten! Gäbe es für das Jogging um die Außenalster Auszeichnungen – halb Hamburg hätte eine. Der idyllische Ausblick auf das Wasser und die Umgebung im Grünen lockt beinahe zu jeder Tages- und Nachtezit ambitionierte Läufer auf die Strecke. Was macht ausgerechnet diese siebeneinhalb Kilometer so beliebt? Wir haben uns die Joggingschuhe zugeschnürt und sind losgelaufen, um das zu erkunden.

Ob Sonne, ob Regen – die Hamburger sind eigentlich immer rund um die Alster unterwegs. Spaziergänger flanieren entspannt entlang des Ufers, Hundebesitzer gehen mit ihren Lieblingen Gassi und der ein oder andere hat sich mit dem Fahrrad auf den Weg um die Außenalster gemacht. Und dann gibt es noch sie: Die Jogger. Fast gelten sie als eigene Spezies, die zur natürlichen Artenvielfalt der Außenalster gehört. Am Montagabend und Sonntagmorgen sind besonders viele Exemplare zu betrachten: Gehüllt in die neueste Sportbekleidung läuft der einigermaßen ausdauernde Jogger die Strecke in etwa einer Dreiviertelstunde; geübte Läufer knacken die 7,4 Kilometer in sportlichen 25 Minuten. Im Abstand von 500 Metern weisen kleine Markierungen auf die schon bewältigte Strecke hin; bei 3,7 Kilometern ist sozusagen „Halbzeit“. Damit die Motivation nicht nachlässt, gibt es für Jogging-Fans unterwegs kleine Helfer: Am Westufer sind vierzig kniehohe Lampen angebracht, die das Joggen inder Dunkelheit erleichtern sollen. Zeitmesser ermitteln bei den Trägern von passenden Chips die Rundenzeiten und in regelmäßigen Abständen sorgen Wasserspender für Erfrischung.

Motiviert um die Außenalster

Laufweg um die Außenalster im Grünen

Wem der Lauf um die Außenalster hingegen noch nicht genug ist, der kann sich an einem naheliegenden Trimm-Dich-Parcours auspowern oder die Laufstrecke um zusätzliche drei Kilometer der Binnenalster erweitern, die unterhalb der Kennedybrücke zugänglich sind. Doch Vorsicht – geschummelt wird nicht! Auf der Strecke um die Außenalster gibt es nämlich keine Abkürzungen, mit denen Sie sich einen Vorteil verschaffen könnten. Das Motto heißt: Entweder ganz oder gar nicht, also Augen zu und durch! Oder, halt, lieber Augen auf! Denn der Ausblick auf die Außenalster, die gemütlich vorbei schippernden Boote, die gelassen dahintreibenden Stand-Up-Paddler und die grün bepflanzten und bewachsenen Ufer beflügelt beim Laufen. Nicht umsonst zählt die Außenalster zu den schönsten Laufstrecken und zu den Klassikern Hamburgs!

Joggen auf dem Catwalk

Schwarzer Joggingschuh wird auf Bank zugeknotet

Ganz arg verausgaben müssen Sie sich als Jogger an der Außenalster allerdings nicht: Die planierten Sandwege sind gerade geebnet und besitzen keine Steigung – ganz, wie es sich für einen Catwalk gehört. Ja, richtig gelesen! Die Hamburger nutzen die Außenalster nämlich nicht nur zur reinen körperlichen Ertüchtigung, sondern auch zu Imagezwecken: Sehen und gesehen werden! Und wer sich hier zeigt, wird garantiert bemerkt. So ist es nicht unüblich, an der Außenalster den ein oder anderen Promi beim Frühsport anzutreffen; bekannte Jogger sind etwa Johannes B. Kerner oder Kai Pflaume.

Also, rein in den Sportdress und raus an die frische Luft, eine Runde um die Außenalster drehen. Wir wünschen viel Spaß beim Laufen!